“Hartz IV zwischen Sorge und Elend”

Breitenworbis. (tlz/ct) Als Helmut Grimm erstmals von Hartz IV erfahren hatte, kam dem Breitenworbiser keineswegs eine Arbeitsmarktreform in den Sinn. Er vermutete hinter dem Begriff vielmehr einen Landstrich im Harz zwischen S(Z)orge und Elend(e). Grimm verkündete auch, dass Bundesfinanzminister Hans Eichel Kirchworbis besuchen wolle, “um zu lernen, wie man Geld sparen kann” (weil den Kirchworbisern nachgesagt wird, sie seien geizig). Außerdem gab das Elferratsmitglied, besser bekannt als “Schnallenkopf”, zu bedenken, wenn alle Arbeitslosen auf die Straße gingen, “wer soll dann mein Bad fließen?” Und er fragte sich: “Lebt es sich ohne Bananen schlechter als ohne Arbeit?”

Seinem Ruf, einen niveauvollen politischen Karneval zu veranstalten, ist der Ort auch in dieser Saison – die 53. – wieder gerecht geworden. Auf der zweiten von insgesamt sechs Sitzungen belohnte am Samstagabend ein begeistertes Publikum die Akteure mit reichlich Beifall. Seit Mitte November bastelteten die Karnevalisten am Programm, studierten Tänze, Sketsche und Büttenreden ein. Der Verein – 1952 gegründet – gehört mit zu den ältesten närrischen Vereinigungen im Landkreis. “Und wir haben durchgängig gefeiert”, betonte Pressesprecher Wilfried Eiselt. Zu DDR-Zeiten war das nicht immer einfach, wurde so manche Büttenrede zensiert und erhielten Redner auch Vorladungen. An ein Lied aus jener Zeit erinnert man sich noch gern zurück: “In unserem Staate, wo die Freiheit wohl grenzenlos ist…”

TLZ 23.01.2005