Die Narren betreiben stichfeste Wahlanalyse

54. Saison: Die Politik aufs Korn genommen

 

Gerichtverhandlung

Verhaftet und zum Thekengang verurteilt wurde Dennis Schneppe. Weit mehr als 60 Mitwirkende gestalteten am Samstag den zweiten (von fünf) Büttenabend in Breitenworbis.

 

Breitenworbis. (tlz/ct) Die in Berlin regierende Große Koalition ist in aller Narren Munde. Breitenworbis steht dem nicht nach. „Wenn Euch etwas fehlt, das habt Ihr selbst gewählt.” Für Helmut Grimm stand am Samstag fest: Der Wähler hat das Kreuz gemacht, nun muss er das Kreuz auch selbst tragen. Der als Schnallenkopf bekannte Büttenredner bedauerte, dass der Bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber nicht als Finanzminister in die Regierung gewechselt war: „Er hätte die Schulden gut abstottern können.” (in Anlehnung an die abgehakte Redeweise Stoibers) Stattdessen fuhr der CSU-Vorsitzende zum Papst. Im Vatikan wurde er nicht heilig, „höchstens scheinheilig” gesprochen. Über die in Oppositionsreihen sitzenden Grünen wusste Grimm: Nun würden keine teuren Windräder mehr gebaut, „wo sich kein Wind dreht”.
Beim Karneval in Breitenworbis wird Klartext geredet – in niveauvollen und gehaltvollen politischen Büttenreden. Dazu passt das diesjährige Motto „Die Politik eiert, der BCC feiert”. Präsident Frank Wilhelm sieht das Thema pragmatisch: „Die Menschen erwarten nun konkrete und richtungsweisende Schritte.” Mit den politischen Büttenreden wolle man Anstoß zum Nachdenken geben und leiste damit politische Aufklärungsarbeit. „Doch die Mischung im Programm macht es”, so Wilhelm. So traten u.a. die Stammtischbrüder, (Claudia Kesting und Birgit Hebestreit), der Grünspecht (Elger Kohlstedt) und der „alkoholisierte Frauenversteher” Stefan Bischleb auf. Mit gekonnten Tanzeinlagen begeisterten die Balletts. Der Verein begeht dieses Jahr seine 54. Saison.

TLZ 31.01.2006