Battersche Schnallenköppe: Je oller – je doller (TA)

14.11.2001

Reizvoll: Kostüme, die die Blicke des närrischen Publikums in den vergangenen 50 Jahren auf sich zogen, präsentierten jetzt noch einmal Mitglieder des Breitenworbiser Karnevalverein (BCC) bei einer Modenschau.

BREITENWORBIS.

Ein dreifach donnerndes “Battern Helau” gab den Startschuss. Nun konnte sie also beginnen, die große Jubiläumssaison des Breitenworbiser Karnevalvereins (BCC) der auf nunmehr 50 erfolgreiche Jahre zurückblicken kann.

Ein Grund für das Battersche Narrenvolk, an diesem ersten Wochenende der fünften Jahreszeit, das vergangene halbe Jahrhundert Revue passieren zu lassen. Am Samstagabend lud der Verein alle Interessierten zu einem großen Festprogramm ein. Viele bekannte Aktive der vergangenen Jahre betraten die Bühne und begeisterten das Publikum mit ihren diesmal etwas anders gestalteten Beiträgen. Dabei berichteten sie von ihren Erlebnissen beim Proben, von Pannen, der Nervosität vor den Auftritten aber auch den Feiern danach. So gaben sie einen ganz persönlichen Rückblick auf die Vereinsgeschichte und gewährten dem Publikum einen Einblick in das Geschehen hinter den Kulissen.

Landrat Werner Henning richtete ebenfalls seine Grußworte an den Verein. Er betonte dabei, dass die Beiträge der “Schnallenköppe”, wie die Breitenworbiser Karnevalfreunde genannt werden, schon zu DDR-Zeiten sehr kritisch gegenüber den Machthabern waren. Der Verein habe damit eine beispielhafte Position im Eichsfeld eingenommen.

Auch im Rückblick wurden die Schwierigkeiten mit der Staatssicherheit angesprochen, aber auch, wie man es doch immer wieder schaffte, seine Meinung im karnevalistischen Rahmen zu äußern.

Paul Wand, der seit 1974 Vereinsvorsitzender ist, erklärte, dass ihm nach der Wende oft die Grundlage für politische Kritik abgestritten wurde. Doch seiner Meinung nach fehlt diese Grundlage keineswegs. “Früher wurde die Solidarität zur UdSSR gefordert und heute sollen wir uneingeschränkte Solidarität mit den USA zeigen.” Daran sieht man, wie er sagt, dass sich die Probleme in manchen Bereichen gar nicht so sehr geändert haben. Darum soll gerade das auch eines der großen Themen in dieser Saison werden.

Und auch beim großen Festumzug am Faschingswochenende werden sicherlich einige Teilnehmer dieses vieldiskutierte Thema aufgreifen.

Beim Festgottesdienst des Vereins am Sonntag stellte dann Pfarrer Rudolf Knopp sein karnevalistisches Talent mit einer gelungenen Bütt unter Beweis.

Im Anschluss traf sich die ganze Gesellschaft auf dem Gemeindesaal, um pünktlich um 11.11 Uhr in die Festsaison zu starten. Gleichzeitig wurde die Ausstellung zur Vereinsgeschichte mit mehr als 1000 Fotos und Schriften, aber auch historischen Ton- und Bilddokumenten eröffnet, die auch noch in den kommenden Tagen zu sehen sein wird.

Claudia NOLTE

TA: 14.11.2001