Auftacktveranstaltung TLZ

“Wollt man damals lachen, musst man den Blödsinn selber machen.” Laut Paul Wand der Grund, warum sich vor 50 Jahren der Batternsche Carnevalsclub (BCC) gründete. Am Samstagabend eröffnete der Präsident offiziell mit einem dreifachen “Battern Helau” die Jubiläumssaison. Kein Platz im Saal war leer geblieben.
Die Närrinnen und Narren machten auch in diesem Jahr ihrem Ruf, einen sehr guten politischen Karneval zu machen, wieder alle Ehre. Helmut Grimm beleuchtete das Jahr aus der Sicht des Schnallekoppes. Ihm machte der PISA-Test nicht zu schaffen. Denn die Jugend von heute habe eine zweifelhafte Karriere vor sich: von der Schulbank zum Azubi und über ABM direkt in den Vorruhestand. Statt dessen beklagte er die mangelnde Motivation der Deutschen, Italiener etwa seien da fröhlicher. “Die tun zwar auch nichts, aber die singen dabei.” Kopfzerbrechen machten ihm auch die Treffen des Kanzlers mit dem Staatschef Putin: “Schröder kriegt den noch so weit, dass er die DDR wieder zurücknimmt”.
Die erste Sitzung war zugleich wieder Generalprobe. Denn selbst der Präsident lässt sich vom Programm überraschen. Und das war schon immer so, auch zu DDR-Zeiten.
Auch dieser Tage gehen den BCC die Themen nicht aus. “Die Welt fordert gerade dazu heraus”, so Wand, der seit 27 Jahren Präsident des Karnevalclubs ist. Und das meint offensichtlich auch das Publikum. Der Saal ist jedes Jahr bei den Büttenabenden bis auf den letzten Platz ausverkauft. Bis zum Festumzug, der in Battern am Sonntag 10. Februar stattfindet, nehmen die Narren noch diverse Male Politiker und die Sorgen des Alltags auf die Schippe.
Sabine SPITZER