Auf den Punkt gebracht

Am Thema Karneval scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Die einen können den Start in die fünfte Jahreszeit kaum erwarten, den anderen graut nur vor dem närrischen Treiben. Was die Batterschen Schnallenköppe in ihrer Jubiläumssaison aber auf die Beine gestellt haben, das dürfte auch Karnevalsmuffel begeistern.

BREITENWORBIS (cn). Politisch, sarkastisch, trocken, manchmal derb, aber immer auf dem Punkt, machen die Batterschen Narren klar, warum ihr Saal seit Jahrzehnten ausverkauft ist. Seit 55 Jahren wird in Breitenworbis Fasching gefeiert, stets mit scharfer Zunge, aber auch immer mit einem Augenzwinkern für das eigene Tun. Gerade die kritischen Beiträge zu DDR-Zeiten, das Spiel an der Kante des Machbaren, brachte den Breitenworbisern Anerkennung, auch bei anderen Eichsfelder Vereinen. Und es gelang, den Blick zu behalten für das, was im Jahr bewegt hat. Gesundheitsreform und Fußballweltmeisterschaft, Casting-Shows, die Medienwelt und Gewalt an Schulen, alles findet sich verpackt in Reim, Sketsch oder Lied wieder. Manchmal so geschickt, dass man die Anspielung erst beim zweiten Nachdenken erkennt, manchmal aber auch so staubtrocken präsentiert, dass einem das Lachen fast im Halse stecken bleiben möchte. Eigentlich ist die erste Sitzung in Breitenworbis ja eine Art öffentliche Generalprobe. Danach wird üblicherweise gekürzt und gestrichen und noch ein wenig gefeilt. Das dürfte den Aktiven diesmal reichlich schwer fallen. Bei den nächsten vier Sitzungen, jeweils an den kommenden Samstagen, werden sie wieder um die Gunst des Publikums ringen. Vielleicht ist Präsident Frank Wilhelm dann wieder so gerührt von der Stimmung im Saal, wie er es Samstagabend eingestand. Saisonhöhepunkt ist der Festumzug am 18. Februar, zu dem schon 40 Motivwagen gemeldet sind.
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TA 22.01.2007