50 Jahre Karneval in Breitenworbis

Der BCC 1952 e.V. lädt alle zum tollen Jahrhundertereignis ein

Ein Jahrhundertumzug soll es möglichst werden

 Gruppenfoto

Das Bild entstand im vergangenen Jahr auf der Treppe vor dem Saal und vermittelt einen Eindruck von der Stimmung, die bei den Batterschen Narren in der Hochsaison aufkommt.

Breitenworbis (ps). Nunmehr seit 50 Jahren feiert Breitenwor bis begeistert Karneval. Und das mit einem der profiliertesten und ältesten eichsfelder Karnevalver¬eine unter dem ehrenden Symbol des „Batterschen Schnallen-koppes” des jahrhundertealten Spitznamens aus lokalpatriotischer Tradition benachbarter Eichsfeldorte. Ein halbes Jahr hundert haben etwa 500 gesellig-aktive Frauen und Männer sowie Kinder und Jugendliche im Zeichen des Batterschen Schnallenkopps für ausgelassenen Frohsinn und kritische Zuversicht zur Erbauung der Mitmenschen gewirkt. Die derzeitige närrische Battersche Saison mit sieben Sitzungen unter dem Motto „50 Jahre BCC – Je oller, je doller!” ist noch voll im Gange – da wirft bereits der festliche Karnevalumzug am 10. Februar sei ne „tollen” Schatten voraus. Dem Jubiläum der batterschen Narrenzunft angemessen, sollen alle bisherigen elf großen Umzüge der BCC-Geschichte übertroffen – der Umzug möglicherweise

der größte in der Region werden. Dafür arbeiten, seit Monaten im Karnevalsfieber, zahlreiche Vereine, Gruppen und Freundeskreise, wie auch Betriebe und Institutionen der Karnevalshochburg Battern sowie befreundete Vereine der Region. Paul Wand, seit 27 Jahren Präsident des BCC, konnte bereits die Anmeldungen von über 60 „Bildern” entgegen nehmen, die sich dem Zuschauern zum Karnevalsjubelumzug präsentieren wollen. Der Karneval ist eine integrierte Kraft in Bauern. Freundschaftliches und zugleich von närrischer Begeisterung getragenes Zusammenwirken verkörpert die leberis wert intakte Dorfgemeinschaft der rund 2.500 Breitenworbiser. Das äußerte sich schon in vielen Bewährungssituationen, zuletzt bei der Sanierung des 300-jährigen Kirchturms. In den kargen Nachkriegsjahren leitete Battern eine Wiedergeburt ungehemmter geselliger Fröhlichkeit ein, die auch auf die Nachbardörfer und 1955 offensichtlich auch auf Worbis übersprang. Mit damaliger Begeisterung und enthusiastischer Aktivität war bereits den ersten Karnevalsaisons großer Erfolg beschieden. Legendären Ruf erlangte übrigens der Umzug von 1955, zu dem Tausende von weither nach Battern strömten. Die Jahre des kalten Krieges und der SED-Diktatur spiegeln sich in der Vereinsgeschichte wieder: Fluchtwellen und Bedrückung durch Kollektivierung sowie Abgrenzung bescherten Frohsinn auf „Sparflamme”. Der Karnevalclub übernahm aktive Verantwortung im Dienst an der Lebensfreude in beschränkter Freiheit, zum Wohl der Mitmenschen.
In den 70-er Jahren erfolgte eine mutige Herausbildung der kritisch politischen Bezugnahme in Form eines politisch-satirischen Kabaretts. Mit der Wiedervereinigung konnte man sich das Image als politsatirische Hochburg erhalten, wofür beispielsweise solche Saisontitel sprechen, wie 1991 „Von der Sichel unter’n Hammer” oder auch 2001 die „Deutsche Leidkultur”.

Gruppenfoto2

Im vergangenen Jahr stand das närrische Treiben in Breitenworbisunter dem Motto „Deutsche Leidkultur”.

Söhne

Hier sieht man die „Söhne Batterns”, die Nachwuchstalente des BCC, in närrischer Aktion.

 

Umzug

Beim Umzug der Batterschen Karnevalisten im Jahre 1997 bekam die Verwaltungsgemeinschaft ebenfalls ihr Fett weg. Der Umzug fand zum 45-jährigen Jubiläum statt. Zu sehen ist der Nachbau des Gebäudes der „Verweinungs-Gewaltschaft Ausfeld-Wippereiche”.

Gruppe Löffler

Schon zu DDR-Zeiten machten die Batterschen Narren vor spitzer Politsatire nicht Halt und bekamen es des öfteren mit der Staatsgewalt zu tun.

AA: 30.01.2002